Historie


Bürgermeister Händel und Vizerichter Bauer von Langenberg begründeten am 5.März 1822 eine Bittschrift an die Reußischen Fürsten zu Lobenstein, Schleiz und Ebersdorf, eineSchützengesellschaft errichten zu dürfen. Wirtschaftlicher Hintergrund war die Tatsache, dass mit der Abschaffung des Frontanzes im Jahr 1804 den Langenbergern ein nicht unerheblicher Teil ihres Verdienstes entzogen worden war. Die Landesadministration übersandte das Gesuch zur Errichtung einer Schützengesellschaft. Dieses wurde am 26.Oktober 1822 genehmigt. Mit diesem Tag fiel die Gründung der Schützengesellschaft zusammen. Im Jahre 1823 konnte vom 17.bis 19. August nach Überwindung zahlreicher bürokratischer Instanzen das erste Schützenfest gefeiert werden.

Die Chronik von 1927 berichtet von einer festlichen Einweihung der Schießstandanlage mit umfangreichen Schießwettbewerben. Das Privileg der Gesellschaft bestand darin, das Recht zu haben, Feste abhalten zu dürfen. Großer Wert wurde ab dem Jahre 1836 der Uniformierung beigemessen. Dr. Blau – eine bekannte Langenberger Persönlichkeit und zum damaligen Zeitpunkt Schützenhauptmann – ließ die Sache nicht ruhen. Er wandte sich mit einem Gesuch an die Landesadministration und am 21.April 1841 wurde die Erlaubnis erteilt, eine Uniform, bestehend aus grünem Rock, weißen Beinkleidern und grünen Mützen mit Hirschfängern, Achselbändern und Pulverhörnern mit Schnüren zu tragen. Diese Schützenuniform hat sich viele Jahrzehnte erhalten.

Der 1. Weltkrieg und die Nachkriegszeit hatten große Lücken  in die Langenberger Schützengesellschaft gerissen. Die Gesellschaft verlor viele Mitglieder durch Tod und durch Austritte. Es wurden neue Mitglieder und damit eine 2. Abteilung mit 48 Mann am 10 .August 1921 gegründet. Die traditionelle Uniform kam für sie wegen der hohen Kosten nicht mehr in Frage. Man entschied sich für eine neue Uniform, die Joppenschützen nach dem Vorbild der Geraer Joppenuniform: Joppe geschlossen zu tragen mit Hirschfänger, schwarzer Hose, weißer Weste, hohem Eckkragen mit weißer Binde, später schwarz und Hut mit Adlerflaum. Am 2. August 1924 kam noch eine dritte Abteilung – die Artillerie-Abteilung – hinzu. Ab diesem Zeitpunkt rückte die Langenberger Schützengesellschaft zu allen Schützenfesten stolz mit ihrer Kanone aus, die allseits bewundert wurde. Sie wurde vom Fabrikanten Raatz gestiftet und in der Eisengießerei der Ferrum AG Gera-Tinz hergestellt. Die Schützenfrauen widmeten ihr eine Standarte mit dem Wahlspruch „In Freud und Leid stets Einigkeit“.

Nach dem kriegsbedingten Aus der Gesellschaft am 17. Dezember 1945 blieb es lange ruhig um diese Tradition. Am 18 April 1995 kehrte mit der Gründung  der Privilegierten Schützengesellschaft Langenberg e.V. die Tradition des Schützensportes zurück. Die Mitglieder des Vereins erhielten von der Stadt Gera die alte Turnhalle in der Schützenstraße im Erbpachtverhältnis zur Nutzung übertragen und bauten sie in vielen freiwilligen Arbeitseinsätzen aus. Damit  war die Grundlage sowohl für schießsportliches Training, als auch für gesellige Veranstaltungen gegeben. Eine Salut-Schützenkanone wurde angeschafft und auf den Namen“ Feodora“ nach Prinzessin Woitzlawa Feodora Reuß, getauft. Sie ist seitdem, ebenso wie Prinz Heinrich XIV Reuss, Mitglied unserer Schützengesellschaft.

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